Tacit.ch
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Implizites Wissen oder stilles Wissen (vom Englischen tacit knowledge) bedeutet vereinfacht ausgedrückt „Können, ohne sagen zu können, wie“.
Jemand „weiß, wie es geht“, aber sein Wissen steckt implizit in seinem Können, ihm fehlen die Worte, um dieses Können zu beschreiben oder es anderen verbal zu vermitteln.
Ein Beispiel dafür ist die Fähigkeit, auf dem Fahrrad das Gleichgewicht zu halten.
Wer das vermag, kennt – aber eben nur implizit – eine komplexe physikalische Regel, die Neigungswinkel, aktuelle Geschwindigkeit und Lenkeinschlag berücksichtigt.
Implizites Wissen wird im SECI-Modell dem Expliziten Wissen gegenübergestellt und wird oft durch Implizites Lernen erworben.
Körpereingeschlossenes Wissen, engl. "Embodied Knowledge", ist als Sonderform des Impliziten Wissens zu verstehen.
Großes Interesse an implizitem Wissen
Der Begriff des impliziten Wissens hat in den letzten Jahren eine beträchtliche Verbreitung erfahren. Allgemein wächst das Interesse am Intuitiven.
So stellt etwa Gerd Gigerenzer in seinem 2007 erschienenen Buch Bauchentscheidungen Beispiele von implizitem Wissen dar.
In erstaunlich vielen Situationen erweisen sich intuitive Entscheidungen (oft mit Hilfe von unbewußten Faustregeln) erfolgreicher als systematische Abwägungsprozesse.
In der Wissensverwaltung wurde das Konzept des impliziten Wissens, allerdings in einer sehr trivialisierenden Form, besonders im SECI-Modell nach Nonaka / Takeuchi rezipiert.
Besondere Aufmerksamkeit findet das Konzept außerdem in der Lehrerbildungsdiskussion, wo seit jeher das Theorie-Praxis-Problem intensiv erörtert wird.
Implizites, (noch) nicht in Begriffe verwandeltes und nur „gefühltes“ Wissen stellt, so wird angenommen, auch für Künstler häufig eine Quelle zur Produktion ihrer Werke dar.
Die Möglichkeiten und Grenzen der Explikation impliziten Wissens sind insbesondere dort von Bedeutung, wo Wissen von der Person abgelöst werden soll, um zum Beispiel menschliches Können technisch nachzubilden.
Mit recht unterschiedlichem Erfolg wird versucht, implizites Wissen über Methoden des Ingeniör-Wissens (Knowledge Engineering) über eine Prozeßkette (Externalisierung, Strukturierung, Formalisierung und Kodierung) in explizites Wissen umzuwandeln.
Login Letzte Änderung:
August 21. 2010 13:01:08
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